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Wien Simmering / Zentralfriedhof

Fotos & Design © by Gabriela Mühlbacher





Der Wiener Zentralfriedhof, errichtet unter der Regierung Kaiser Franz Josef I, eröffnet im Jahr 1874 ist auch heute noch einer der
größten Friedhöfe Europas.
Die Eröffnung ging am Allerheiligentag, am 1. November des Jahres 1874, in aller Stille vor sich. Das einmalige Ereignis, die Eröffnung eines Groß-Friedhofs, lockte viele Neugierige an, noch dazu war das Ziel bequem zu erreichen: "Am selben Tag wurde die Pferdetramway zum Zentralfriedhof im Betrieb genommenen".

Der Haupteingang bestand ursprünglich aus zwei einstöckigen Häusern simpelster Bauart: "eines für den Totengräber, eines für den Gärtner", dazwischen eine Wartehalle aus Holz gezimmert. Im Jahre 1905 wurde dann unter Bürgermeister Dr. Karl Lueger das von zwei großen Phylonen flankierte Jugendstilportal errichtet.

 
Zentralfriedhof / Hauptallee
Wiener Zentralfriedhof
Zentralfriedhof Wien
Grabmal
Gräber




Die Friedhofsanlage wurde insgesamt 7x erweitert und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 2,5 km². Die Ausmaße des Friedhofes sind enorm: die Umfassungsmauer mit 12 Toren (heute sind nur noch Tor 1, 2, 3, 4, 5, 9 und 11 geöffnet) ist 3 Kilometer lang.

Grundsätzlich gilt auf allen städtischen Friedhöfen Fahrverbot für private PKWs (Ausnahmen: ältere gebrechliche und gehbehinderte Menschen). Am Zentralfriedhof gilt diese Regel nicht. Aufgrund der Größe kann man beim Portier eine Einfahrtskarte lösen (1,5 Euro, Stand 2006). Die blauen Ringe um die Alleebäume zeigen die Fahrstraßen an.

Wer nicht motorisiert ist, kommt trotzdem an sein Ziel: im 20-Minuten-Takt verkehrt eine eigene Buslinie mit 20 Stationen. Fahrverbot am Zentralfriedhof gibt es nur zu Allerheiligen und Allerseelen.

Wenn man bei Tor 2 die Friedhofsanlage betritt, findet man ungefähr 100 Meter den Hauptweg entlang die Arkadengrüfte. Der Blick entlang der Sichtachsen lässt bereits die Größe des Friedhofes erahnen.
1879 wurde der Baubeschluss für die 36 Arkadengrüfte gefasst, eines Ziegelrohbaus im Neo-Renaissance-Stil, welcher ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert und wahrscheinlich deshalb bereits 1881 fertiggestellt war. Leider ist die Anlage sehr verfallen und bedarf dringend der Renovierung.

 
Zentralfriedhof Wien / Haupteingang
Zentralfriedhof / Hauptallee
die Schleierträgerin
Beethoven Gedenkstein
Franz Schubert Grab
Mozart Grab
Grabmal des Erbauers der Semmeringbahn




Ungefähr 100 m weiter an der rechten Seite der Hauptalle, findet man zahlreiche Ehrengräber darunter auch die von Johann Strauss, Brahms oder Mozart.
Den zentralen Punkt bildet die in der Form eines griechischen Kreuzes erbaute Zentral ( Dr. Karl Lueger )-Kirche.

Neben all den Gruften und Gräbern findet man auf dem Zentralfriedhof aber auch einen Park, benannt als Ort der Ruhe und Kraft.
Der Park der Ruhe und Kraft liegt wenige Meter rechts hinter Tor 3 und ist in der alten Tradition der Geomantie und Gartengestaltung angelegt. Er bietet allen Besuchern Ruhe, Besinnung und Kontakt mit den Kräften der Natur, der Pflanzen und Bäume, der Steine und der Erde.

In diesem Park können Blockaden gelockert, Trauer abgeladen, die Einheit und Vollkommenheit in und mit der Natur erlebt, und - vielleicht - eine innere Bereitschaft aufgebaut werden, das Vergangene loszulassen und trotz eines erlittenen schweren Verlustes ein neues und erfülltes Leben zu beginnen. Alle Besucher des Parks sind eingeladen, den Gedanken, die bei den einzelnen Bereichen des Weges als Erklärungen zu lesen sind, nachzuspüren.

1 Findling: Trauer, Sinnsuche
2 Kathedrale: Erlösung, Erneuerung
3 Carré: Begegnung, Erdung, Kommunikation
4 Steinkreis: Ganzheit
5 Feuerplatz: Transformation
6 gespaltene Kraft: Weisheit, Zukunft

Quelle: http://www.viennatouristguide.at

 
Johann Strauss Grab
Gedenktafel am Johan Strauss Grab
Brahms Grabstätte
Engel
Grabverziehrung
Gruft im gotischem Stil
Kirche im Nebel
Wiener Zentralfriedhof im Jänner 2008
Gräber im Nebel
Wiener Zentralfriedhof
Wiener Zentralfriedhof im Jänner 2008
 Wiener Zentralfriedhof im Winter
Wiener Zentralfriedhof im Jänner 2008
Gräber im Winternebel
Wiener Zentralfriedhof im Jänner 2008
Wiener Zentralfriedhof im Jänner 2008
Grabstein im Gedenken an die Brandopfer des  Ringtheaters am 8. Dezember 1881
Gedenktafel für die Opfer des Ringtheaterbrandes




Der Wiener Zentralfriedhof ist somit nicht nur Stätte der Totenruhe: Die Parklandschaft mit beeindruckender Flora und Fauna stellt einen Ort der Erholung und Besinnung dar.
Wegen seiner Größe, der Lage an der Peripherie der Stadt und der Vielfalt unterschiedlich genutzter Teilflächen ist der Wiener Zentralfriedhof auch als Refugium und Lebensraum für zahlreiche Tierarten von besonderer Bedeutung.